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Partnerschaft war die logische Konsequenz
Mit d&d und Det-Tronics im Gespräch
Vor zwei Jahren wurde aus einer langjährigen Zusammenarbeit eine exklusive Distributionspartnerschaft für den deutschen Markt. Im Gespräch blicken beide Unternehmen nun auf die bisherigen Erfolge und Entwicklungen zurück und geben einen Ausblick auf die Zukunft der Brand- und Gasdetektion. Wir haben mit Jürgen Möllmann (d&d) & Markus Werner (Det-Tronics) gesprochen.
Vor zwei Jahren wurde aus einer langjährigen Geschäftsbeziehung eine exklusive Partnerschaft. Was war der Auslöser?
Jürgen Möllmann: Die exklusive Distributionspartnerschaft war letztlich die konsequente Weiterentwicklung einer bereits über viele Jahre gewachsenen Zusammenarbeit. d&d war bereits vor der offiziellen Partnerschaft Kunde von Det-Tronics und hatte das technische Know-how rund um die Produkte kontinuierlich aufgebaut. Hinzu kam meine persönliche Verbindung. Ich war zuvor 16 Jahre bei Det-Tronics tätig und kenne sowohl die Technologien als auch die Anforderungen des internationalen Marktes sehr genau.
Mit der neuen Struktur wurden die bisherigen OEM-Vertriebspartner in Deutschland vollständig durch d&d ersetzt. Dadurch erhalten Kunden heute einen zentralen Ansprechpartner für Vertrieb, Projektierung, Inbetriebnahme und Service. Das schafft kürzere Kommunikationswege, höhere technische Kompetenz und eine deutlich engere Betreuung über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen.
Markus Werner: Für Det-Tronics war die Entscheidung ebenso naheliegend. Wir wollten einen Partner, der den deutschen Markt versteht und unsere Produkte nicht nur verkauft, sondern technisch fundiert begleiten kann. d&d verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im industriellen Brandschutz und besitzt bereits ein außergewöhnlich tiefes Verständnis unseres Portfolios. Deshalb war die Exklusivpartnerschaft für beide Seiten ein logischer Schritt.
Welche Maßnahmen waren notwendig, um die Partnerschaft technisch auf ein neues Niveau zu heben?
Jürgen Möllmann: Unser Anspruch war von Beginn an, unseren Kunden dieselbe technische Kompetenz bieten zu können, die sie direkt vom Hersteller erwarten würden. Deshalb wurden unsere Mitarbeiter intensiv im Det-Tronics Headquarter in Minneapolis geschult. Dort standen nicht nur Produktkenntnisse im Mittelpunkt, sondern auch Themen wie Systemauslegung, Inbetriebnahme, Diagnose und Wartung komplexer Brand- und Gasdetektionssysteme. Diesen Weg setzen wir konsequent fort. Unser Team wird aktuell um einen weiteren Spezialisten erweitert, der umfangreiche Erfahrung im vorbeugenden Brandschutz und insbesondere mit dem Det-Tronics Portfolio mitbringt. Sein Schwerpunkt liegt im Servicebereich. Für uns ist dies ein wichtiger und notwendiger Schritt, um den Mark optimal bedienen zu können, denn insbesondere Gasdetektionssysteme erfordern regelmäßige Kalibrierungen, Funktionsprüfungen und eine fachgerechte Instandhaltung, um dauerhaft präzise Messergebnisse und maximale Betriebssicherheit zu gewährleisten.
Welche Entwicklungen haben die vergangenen zwei Jahre besonders geprägt?
Jürgen Möllmann: Besonders dynamisch hat sich der Bereich Recycling entwickelt. d&d ist dort bereits seit vielen Jahren mit stationären Löschanlagen vertreten. Durch die stark steigende Anzahl lithiumhaltiger Energiespeicher – zum Beispiel in ausgedienten Handys, elektrischen Zahnbürsten bis hin zu Werkzeugen, die über einen Akku verfügen – haben sich jedoch völlig neue Brandrisiken ergeben. Landen diese im Hausmüll, kann es brenzlig werden. Beschädigte Lithium-Ionen-Batterien können innerhalb kürzester Zeit in einen sogenannten Thermal Runaway geraten. Dabei entsteht eine sich selbst verstärkende Kettenreaktion mit extremer Hitzeentwicklung und explosionsartigen Stichflammen. Genau hier ergänzen die Flammenmelder von Det-Tronics unsere Löschtechnik optimal: Sie erkennen bereits kleinste Flammen nahezu verzögerungsfrei und lösen die Löschanlage aus, bevor sich ein Entstehungsbrand ausbreiten kann. Diese Kombination aus frühester Detektion und schneller Löschung ist nicht nur für Betreiber wirtschaftlich interessant, sondern gewinnt auch für Versicherungen zunehmend an Bedeutung. Eine zuverlässige Früherkennung reduziert das Risiko von Großschäden erheblich und verbessert damit den gesamten Brandschutzstandard in Recyclingbetrieben.
Hat sich der deutsche Markt für Det-Tronics Produkte grundsätzlich verändert?
Jürgen Möllmann: Die Anwendungen haben sich erweitert, der Kernmarkt ist jedoch weitgehend gleich geblieben. Det-Tronics ist international sehr stark in der Öl- und Gasindustrie vertreten. Hierbei handelt es sich um einen Markt, der in Deutschland vergleichsweise klein ist. Deshalb waren die Lösungen hier lange Zeit weniger präsent, obwohl sie technologisch bereits seit Jahrzehnten etabliert sind.
Heute sehen wir die größten Potenziale in der petrochemischen und chemischen Industrie, sowie im Energiesektor. Hinzu kommen Anwendungen in der Hochspannungsübertragung, an Pipelines und in speziellen Bereichen der Automobilindustrie, insbesondere in Lackierstraßen. Gerade dort sind zuverlässige Flammenmelder aufgrund leicht entzündlicher Lösemittel und großer Hallenvolumen seit vielen Jahren ein bewährter Sicherheitsstandard.
Markus Werner: Wichtig ist dabei, dass sich die Produkte weltweit nicht unterscheiden. Ein Flammenmelder oder Gasdetektor arbeitet in Deutschland nach denselben technischen Prinzipien wie in den USA. Unterschiede entstehen vielmehr durch die jeweiligen Einsatzgebiete sowie durch nationale Normen und Zulassungen, die eine Anpassung an die regionalen Anforderungen erforderlich machen.
Was macht Flammenmelder gegenüber klassischen Rauchmeldern so besonders?
Markus Werner: Der entscheidende Unterschied liegt in der Art der Detektion. Rauchmelder reagieren erst dann, wenn Rauchpartikel den Sensor erreichen. In großvolumigen Bereichen, wie beispielsweise Hangars, Turbinenhallen oder hohen Produktionsgebäuden, kann das je nach Luftströmung und Deckenhöhe mehrere Sekunden oder sogar Minuten dauern.
Flammenmelder arbeiten dagegen optisch. Sie erkennen die charakteristische ultraviolette und infrarote Strahlung einer Flamme praktisch mit Lichtgeschwindigkeit und reagieren häufig in weniger als einer Sekunde. Dadurch kann eine Löschanlage bereits im Entstehungsstadium eines Brandes aktiviert werden, lange bevor Rauchmelder überhaupt ansprechen würden. Gerade bei offenen Industrieprozessen oder Bereichen mit großen Sichtfeldern bietet diese Technologie deshalb einen erheblichen Sicherheitsvorteil und ermöglicht eine deutlich schnellere Begrenzung von Personen- und Sachschäden.
Welche technologischen Entwicklungen erwarten Sie künftig?
Markus Werner: Die Flammenmeldetechnologie hat heute ein außergewöhnlich hohes Entwicklungsniveau erreicht. Det-Tronics hat den industriellen Flammenmelder ursprünglich entwickelt und über Jahrzehnte kontinuierlich perfektioniert. Die Zukunft liegt deshalb weniger in einem völlig neuen Prinzip, sondern in einer noch intelligenteren und schnelleren Systemintegration.
Unsere Systeme erkennen eine Stichflamme innerhalb von Millisekunden und aktivieren die Löschung so schnell, dass der Sprühnebel die Flamme teilweise in weniger als 50 Millisekunden herunterkühlt. Das Ganze geschieht schneller als ein Wimpernschlag. Aktuelle Versuche mit Dummys zeigen, dass sich dadurch schwere thermische Verletzungen wirkungsvoll verhindern lassen.
Welche Rolle übernimmt d&d künftig innerhalb der Partnerschaft?
Jürgen Möllmann: Unser Fokus liegt klar auf dem Ausbau von Vertrieb und Service. Während Flammenmelder eher wartungsarm sind, stellen Gasdetektionssysteme deutlich höhere Anforderungen an die Instandhaltung. Sensoren müssen regelmäßig kalibriert und getestet werden. Daher investieren wir in zusätzliches Fachpersonal und intensive Schulungen. Unser Ziel ist es, bundesweit einen schnellen, kompetenten und herstellerkonformen Service anbieten zu können. Kunden sollen nicht nur hochwertige Produkte erhalten, sondern einen zuverlässigen technischen Partner über die gesamte Lebensdauer ihrer Anlagen.
Welche Ziele verfolgt Det-Tronics in Europa in den kommenden Jahren?
Markus Werner: Europa ist für uns ein strategisch wachsender Markt. Deshalb arbeiten wir intensiv daran, weitere Produkte nach europäischen Anforderungen zuzulassen und unser Portfolio gezielt zu erweitern. Die EU stellt in vielen Bereichen höhere technische Anforderungen als andere Märkte, beispielsweise bei der elektromagnetischen Verträglichkeit. Angesichts der stetig wachsenden Elektronikdichte in Industrieanlagen halte ich persönlich diese strengeren Grenzwerte für sinnvoll, weil sie die Betriebssicherheit zusätzlich erhöhen.
Parallel erweitern wir unser Angebot durch neue Sensortechnologien. Insbesondere elektrochemische Gassensoren zur Detektion toxischer Gase werden künftig das Portfolio ergänzen und noch besser auf die Anforderungen europäischer Industrieanlagen abgestimmt sein.
Ein weiterer wichtiger Fortschritt betrifft die Lieferfähigkeit: Die Herausforderungen der vergangenen Jahre konnten wir erfolgreich lösen. Heute verfügen wir wieder über deutlich schnellere Lieferzeiten und schaffen damit eine wesentlich höhere Planungssicherheit für unsere Partner und Kunden.
Wo sehen Sie die Partnerschaft in fünf Jahren?
Jürgen Möllmann: Wir möchten Det-Tronics in Deutschland als erste Adresse für hochwertige Brand- und Gasdetektion etablieren. Dafür investieren wir konsequent in qualifizierte Mitarbeiter, flächendeckenden Service und technische Beratung auf höchstem Niveau.
Markus Werner: Unser Ziel ist es, den europäischen Markt gemeinsam mit d&d nachhaltig auszubauen. Mit innovativen Produkten, erweiterten Zulassungen und einer starken lokalen Serviceorganisation schaffen wir die Grundlage für noch mehr Sicherheit in industriellen Anwendungen.

Von links: Ilija Divcovic (d&d Geschäftsführer), Mario Kahlert (CEO Det-Tronics), Jürgen Möllmann, Markus Werner (Det-Tronics Vertriebsingenieur Deutschland, Central Europa)
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